11.2018

UVH ruft NRW-Verkehrsverbünde zur Verständigung beim Azubi-Ticket auf

Der Unternehmerverband Handwerk NRW begrüßt die Bemühungen der nordrhein-westfälischen Landesregierung, ein landesweites Azubi-Ticket für Lehrlinge des dualen Bildungssystems einzuführen. Nachdem in diesem Jahr der Unterbringungskostenzuschuss für Auszubildende an auswärtigen Berufsschulen wieder eingeführt wurde, ist das Azubi-Ticket ein weiterer Beitrag des Landes NRW gegen den Fachkräftemangel und zur  Gleichwertigkeit von beruflicher und akademischer Bildung. Betriebe und Tarifpartner werden gebeten, für die Nutzung des Tickets zu werben und ihre Auszubildenden beim Erwerb eines Azubi-Tickets zu unterstützen. Die tarifgebundenen Betriebe des Bäckerhandwerks übernehmen inzwischen die Kosten eines Azubi-Tickets bis zu einer Höhe von 30 € im Monat, sofern diese Kosten nicht vom jeweiligen Bundesland getragen werden. Nach einer Umfrage der Handwerkskammern in Nordrhein-Westfalen unter 800 Auszubildenden und 600 Ausbildungsbetrieben begrüßen 93 % der Auszubildenden und 80 % der Ausbildungsbetriebe ein Azubiticket. 85 % der Auszubildenden würden es nutzen, um zum Ausbildungsplatz und/oder zur Berufsschule und/oder zur überbetrieblichen Ausbildung zu fahren. Ein 30 Euro-Ticket würden der Umfrage nach über 50 % der Auszubildenden monatlich kaufen bzw. 42 % würden dafür auf einen Anteil der Ausbildungsvergütung verzichten. 28 % der Ausbildungsbetriebe würden ein 30 Euro-Ticket ihren Auszubildenden sicher zur Verfügung stellen, 40 % eher ja und nur 4,8 % würden dies – der Umfrage nach – auf keinen Fall tun. Eine weitere Voraussetzung für die Schaffung des Azubi-Tickets betrifft die Verkehrsverbünde in Nordrhein-Westfalen. Sie werden vom Unternehmerverband Handwerk NRW aufgerufen, eine dem Semesterticket  vergleichbare Möglichkeit zu schaffen, wie es in den einvernehmlichen Empfehlungen der Enquete-Kommission »Zukunft von Handwerk und Mittelstand in Nordrhein-Westfalen gestalten« für Auszubildende und Meisterschüler/innen gefordert wird. In Hessen gibt es ein vergleichbares Azubi-Ticket bereits seit dem Ausbildungsjahr 2017/2018. Dort wurde ein attraktives Angebot geschaffen und ein angemessener Ausgleich zwischen ländlichen und städtischen Regionen gefunden.

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